Warum sich ein Provisionsmodell für deinen Online-Marktplatz lohnt

Erfahre, warum ein Provisionsmodell für den Start deines Online-Marktplatzes sinnvoll sein kann und wie es für dich funktionieren könnte.

Online-Marktplätze boomen – und das aus gutem Grund.

Online-Marktplätze machen das Online-Shopping reibungsloser, weil du bei vielen Verkäufern an einem Ort kaufen kannst, statt auf der Website jeder Marke einzeln nach Produkten zu suchen.

Ein Online-Marktplatz schafft ein effizienteres Erlebnis und macht den Online-Kauf von Produkten schneller und einfacher.

Ein Online-Marktplatz kann dir außerdem helfen, Kosten zu sparen, weil du weniger eigenen Warenbestand aufbauen musst.

Diese Vorteile klingen zwar großartig, doch der Aufbau eines Online-Marktplatzes bringt auch Herausforderungen mit sich.

Wie motivierst du deine Verkäufer, ihr Geschäft auszubauen? Wie belohnst du deine besten Verkäufer? Und wie trennst du dich von inaktiven Verkäufern, ohne Brücken abzubrechen?

Wir sehen uns das Provisionsmodell für Online-Marktplätze an und prüfen, ob es eine Antwort auf einige dieser Fragen sein könnte.


Wie sieht ein Provisionsmodell für Marktplätze aus?

Je beliebter Online-Marktplätze werden, desto beliebter wird auch das Provisionsmodell.

Beim Provisionsmodell behält der Marktplatz bei jedem Verkauf eine Provision ein, der über die Plattform abgewickelt wird – für viele Online-Marktplätze ist das heute die Norm.

Viele Marktplätze bevorzugen Provisionsmodelle, weil sie Verkäufern, die ihr Geschäft ausbauen möchten, einen einfachen Einstieg bieten.

Provisionsmodelle gelten als das erfolgreichste Geschäftsmodell für Online-Marktplätze.


Wie könnte ein Provisionsmodell auf einem Online-Marktplatz funktionieren?

Viele Unternehmen nutzen Provisionsmodelle: Online-Marktplätze, Werbeagenturen und Ladengeschäfte.

Bei Online-Marktplätzen gibt es drei Möglichkeiten, wie der Betreiber eine Provision verdienen kann:

1. Gebühr für den Verkäufer

2. Gebühr für den Kunden

3. Gebühr für Kunde und Verkäufer

Beim ersten Provisionsmodell erklärt sich der Verkäufer bereit, für jeden Verkauf über die Plattform einen Prozentsatz an den Marktplatz zu zahlen.

Die Provision ist in der Regel ein Prozentsatz des Verkaufspreises oder in manchen Fällen ein fester Betrag.

Es gibt auch ein Hybridmodell, bei dem der Verkäufer einen festen Betrag plus Provision zahlt. Das ist zum Beispiel bei Rakuten der Fall.

Ein Beispiel für das erste Provisionsmodell ist eBay.

Im Schnitt berechnet eBay eine Verkaufsprovision von 12 % auf alle Verkäufe.

Der Prozentsatz variiert je nach Produktkategorie.

Beim zweiten Provisionsmodell wird die Provision auf den vom Verkäufer festgelegten Preis aufgeschlagen.

Ein Marktplatz könnte zum Beispiel 10 % Provision pro Verkauf berechnen.

Kauft ein Kunde einen Artikel, den der Verkäufer für 200 $ anbietet, zahlt der Kunde 220 $ – der Marktplatz erhält 20 $, und der Verkäufer behält die 200 $, also den Preis, den er für den Artikel festgelegt hat.

Airbnb ist ein hervorragendes Beispiel für das dritte Provisionsmodell: Airbnb berechnet sowohl Gastgebern als auch Gästen eine Gebühr und nennt das „geteilte Gebühr“.

Bei Airbnb zahlen Gastgeber eine Gebühr von 3 %, während Gäste  rund 14 % des Buchungsbetrags zahlen können.


Etablierte Online-Marktplätze und ihre Provisionsstrukturen

Hier sind drei weitere beliebte Online-Marktplätze und ihre Gebühren.

Das Provisionsmodell von Amazon

Amazon ist wohl einer der beliebtesten und erfolgreichsten Online-Marktplätze und erzielte 2021 einen Jahresumsatz von 469,822 Mrd. $, 21,7 % mehr als 2020.

Amazon kombiniert Provisions- und Abo-Erlösmodelle.

Ein Einzeltarif kostet 0,99 $ pro verkaufter Einheit plus eine Provision bzw. Verkaufsgebühr zwischen 8 % und 15 %, je nach Produktkategorie.

Das Provisionsmodell von Uber

Uber, die beliebte Ridesharing-App, ist ein weiterer Online-Marktplatz mit Provisionssystem.

Uber berechnet seinen Partnern eine Servicegebühr von 25 % auf alle Fahrpreise, die über die Plattform erzielt werden.

Das Provisionsmodell von Fiverr

Fiverr, eine Online-Plattform, die Freelancer mit Kunden zusammenbringt, die ihre Dienstleistungen bzw. Gigs kaufen möchten, nutzt ebenfalls ein Provisionsmodell.

Bei Fiverr zahlen die Kunden, also die Käufer der Freelancer-Leistung, eine Gebühr von 5,5 % und die Freelancer eine Provision von 20 %.


Auf welche Herausforderungen du bei der Einführung eines Provisionsmodells achten solltest

Die richtige Höhe der Provision ist eine wichtige Entscheidung.

Du musst eine gute Balance finden zwischen einer Provision, die deine Betriebskosten deckt, und einem Online-Marktplatz, der für neue Verkäufer erschwinglich bleibt.

Ein guter Ausgangspunkt ist ein Blick darauf, wie viel deine wichtigsten Mitbewerber verlangen. 

Eine weitere Herausforderung kann sein, Verkäufern und Käufern genug Mehrwert zu bieten, damit sie deine Plattform weiter nutzen.

Ohne diesen Mehrwert hält Verkäufer und Käufer nichts davon ab, ihre Geschäfte direkt miteinander abzuwickeln.

Damit schalten sie den Mittelsmann aus – und das ist in diesem Fall dein Marktplatz.


Weitere Vor- und Nachteile eines Provisionsmodells

Ein Nebeneffekt ist, dass das Provisionsmodell dem Marktplatz einen Anreiz gibt, Käufer und Verkäufer zusammenzubringen, und gleichzeitig dafür sorgt, dass der Online-Marktplatz profitabel bleibt.

Beim Provisionsmodell sind die Kosten für Marktplatzbetreiber und Verkäufer zudem transparent.

Das bringt die Interessen des Marktplatzbetreibers und seiner Verkäufer in Einklang.

Ein wichtiger Vorteil des Provisionsmodells ist seine Skalierbarkeit, sodass es für kleine und große Marktplätze gleichermaßen funktioniert.

Ein Provisionsmodell hat zwar viele Vorteile, aber auch Nachteile.

So ist ein Provisionsmodell nur dann profitabel, wenn es bei der Haupttätigkeit auf deinem Online-Marktplatz um Geld geht.

Wenn bei den Transaktionen auf deiner Plattform kein Geld fließt – etwa bei Dating- oder Tauschbörsen –, funktioniert ein provisionsbasiertes Erlösmodell nicht.

Wie bereits erwähnt, besteht bei diesem Modell außerdem die Gefahr, dass Verkäufer und Käufer vereinbaren, das Geschäft an der Plattform vorbei abzuwickeln.


Ist das Provisionsmodell das richtige für deinen Online-Marktplatz?

Wenn du einen Online-Marktplatz betreibst, ist die Wahl des Geschäftsmodells eine der wichtigsten Entscheidungen, die du triffst.

Ein provisionsbasiertes Erlösmodell kann zu den lukrativsten gehören, aber das heißt nicht unbedingt, dass es für deine Plattform oder deinen Marktplatz am besten funktioniert.

Untersuchungen zeigen, dass ein klassisches Provisionsmodell am besten für Marktplätze funktioniert, die Produkte verkaufen oder Mietobjekte anbieten.

Ein Abomodell ist bei Anbietern digitaler Güter oder von Diensten wie Dating-Websites beliebter.

Ein weiterer Faktor ist, wie einfach oder kompliziert die Rechnungsstellung für jede Transaktion ist.

Bei manchen B2B- und B2C-Transaktionen kann die Rechnungsstellung viel zu kompliziert sein.

Möglicherweise brauchst du umfangreiche Unterlagen, was es schwierig macht, eine einfache Provision zu berechnen.

Außerdem solltest du die Größe bzw. den Betrag einer typischen Transaktion auf deiner Plattform berücksichtigen.

Bei den hohen Beträgen im Immobilien- und Autohandel zum Beispiel lässt sich eine hohe Marktplatzprovision nur schwer rechtfertigen.


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