Die Provisionen der fünf größten Online-Marktplätze im Vergleich

Erfahre, welche Provisionen die fünf größten Online-Marktplätze verlangen.

In den letzten Jahren sind Online-Marktplätze für Unternehmen zu einem beliebten Ort geworden, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen!

2021 wurden weltweit 3,23 Billionen $ ausgegeben – auf den unterschiedlichsten Online-Marktplätzen.

2021 wurden weltweit 3,23 Billionen $ auf den unterschiedlichsten Online-Marktplätzen ausgegeben.

Dabei nutzen diese Marktplätze verschiedene Erlösmodelle, jedes mit eigenen Vor- und Nachteilen.

Ein Online-Marktplatz verdient auf unterschiedliche Weise Geld – von Provisionen auf Verkäufe bis zum Verkauf eigener Markenprodukte.

Die Schwierigkeit besteht darin, die Balance zu finden: Kunden sollen eine großartige Erfahrung machen, und gleichzeitig sollen Kosten und Preise für Anbieter angemessen bleiben, damit sie immer wiederkommen.

Letzte Woche haben wir über vier E-Commerce-Marktplätze im Amazon-Format gesprochen.

In diesem Beitrag vergleichen wir die Provisionen, die diese Marktplätze verlangen.

Doch zuerst, damit wir alle auf demselben Stand sind, sprechen wir über die gängigsten Erlösmodelle dieser Online-Marktplätze.   

Provisionsbasierte Marktplätze bieten Verkäufern einen einfachen Einstieg 

Das provisionsbasierte Modell ist eine der beliebtesten Optionen für Marktplatz-Plattformen.

Bei diesem Geschäftsmodell erhält der Online-Marktplatz einen Prozentsatz jedes Verkaufs als Provision.

Nimmt der Marktplatz zum Beispiel 10 % Provision, verdient er bei jedem Verkauf eines Anbieters über 1.000 $ genau 100 $.

Provisionen können eine Pauschale oder ein fester Prozentsatz sein und dem Verkäufer, dem Käufer oder beiden berechnet werden.

Dieses Provisionsmodell ist für Marktplatz-Plattformen ideal, weil es skalierbar ist. 

Dieses Provisionsmodell ist für Marktplatz-Plattformen ideal, weil es skalierbar ist. 

Mit der Zahl der Transaktionen auf der Plattform steigt auch die Provision, die der Marktplatzbetreiber verdient.

Ein Vorteil des Provisionsmodells: Verkäufer und Käufer zahlen erst dann eine Provision, wenn ein Verkauf zustande kommt – das macht den Einstieg für Neulinge leicht.

Sie nutzen den Marktplatz also kostenlos, bis sie einen Nutzen daraus ziehen.

Sie nutzen den Marktplatz also kostenlos, bis sie einen Nutzen daraus ziehen.

Wenn dein Marktplatz schnell wachsen soll, denk über ein provisionsbasiertes Modell nach! 


Abo-Modelle sorgen für stetige Einnahmen bei Online-Marktplätzen

Bei einem Abo-Modell werden Kunden (Verkäufern oder Käufern) regelmäßig Gebühren für ein Produkt oder eine Dienstleistung berechnet.

Manchmal bieten Abo-Modelle einen kostenlosen Probemonat an, damit Nutzer das Produkt oder die Dienstleistung testen können, bevor sie sich festlegen.

Abgerechnet wird in der Regel monatlich oder jährlich.

Daten von McKinsey & Company zeigen, dass 15 % der Online-Shopper einen E-Commerce-Dienst abonniert haben.

Abo-basierte Produkte und Dienstleistungen gibt es inzwischen für fast jeden Lebensstil und jedes Budget.

Anbieter schätzen Abo-Modelle, weil Marktplatzbetreiber in jedem Abrechnungszeitraum planbare Einnahmen haben.

Die Herausforderung bei Abo-Modellen ist es, Abonnenten ständig einen Mehrwert zu bieten, damit sie Monat für Monat weiter für das Produkt oder die Dienstleistung zahlen.

Du willst Stabilität für deine Online-Marktplatz-Plattform? Dann denk über ein Abo nach. 

Du willst Stabilität für deine Online-Marktplatz-Plattform? Dann denk über ein Abo nach. 

Mit Freemium können Verkäufer deinen Online-Marktplatz ausprobieren

Beim Freemium-Modell wird potenziellen Käufern ein kostenloses Basisprodukt oder ein kostenloser Basisdienst zum Ausprobieren angeboten.

Für erweiterte Funktionen wird dann eine Gebühr fällig.

Neben dem kostenlosen Produkt kann ein Freemium-Marktplatz auch kostenlose Marketing-Tools und Ressourcen sowie eine Community gleichgesinnter Verkäufer bieten.

Durch ein kostenloses Angebot können Freemium-Plattformen mehr Nutzer gewinnen und den Umsatz steigern und Gewinn erzielen, während sie gleichzeitig ein besseres Kundenerlebnis bieten.

Das Freemium-Modell ist auch deshalb beliebt, weil es Nutzer nicht unter Druck setzt, zu zahlenden Kunden zu werden (wie es eine Testphase tut)!

Das Freemium-Modell ist auch deshalb beliebt, weil es Nutzer nicht unter Druck setzt, zu zahlenden Kunden zu werden (wie es eine Testphase tut)!

Sie können dem Marktplatz beitreten und die Grundfunktionen kostenlos nutzen.

Das Modell kommt vor allem im Bereich Software as a Service zum Einsatz, doch ein Online-Marktplatz mit Freemium-Ansatz könnte Anbietern zum Beispiel erlauben, ihre Produkte kostenlos zu verkaufen, bis sie eine bestimmte Schwelle erreichen.

Freemium-Modelle können für den Marktplatzbetreiber allerdings teuer werden, wenn er zu viele Leistungen kostenlos anbietet. 

Also Vorsicht! 


Anzeigengebühren-Modelle, wie sie Marktplätze wie eBay nutzen

Das Anzeigengebühren-Modell ist für Verkäufer eine der einfachsten Möglichkeiten, Produkte online zu verkaufen.

Bei diesem Geschäftsmodell wird eine Gebühr für das Einstellen von Artikeln auf einem Online-Marktplatz erhoben.

Die Höhe der Gebühr hängt vom Wert des Produkts oder der Dienstleistung ab, die auf dem Marktplatz verkauft werden.

Für Marktplatz-Plattformen kann dieses Erlösmodell vorteilhaft sein, weil der Betreiber nicht das Risiko trägt, dass das Produkt erst verkauft werden muss, bevor er Geld verdient.

Ein bekannter Online-Marktplatz mit diesem Modell ist eBay.

Die ersten 250 Artikel lassen sich dort kostenlos einstellen (Freemium), danach wird eine Angebotsgebühr von 0,35 $ pro Anzeige fällig.


Hervorgehobene Anzeigen bringen dem Marktplatz Einnahmen und den Verkäufern mehr Käufer

Hervorgehobene Anzeigen, auch als Sponsored Content bekannt, sind ein Erlösmodell, bei dem einzelne Verkäufer oder kleine Unternehmen dafür bezahlen, dass ihre Produkte hervorgehoben werden.

Oft erscheinen hervorgehobene Anzeigen in den Suchergebnissen eines Online-Marktplatzes oder auf anderen stark besuchten Seiten.

Dadurch sind die Produkte der Verkäufer auf dem Marktplatz besser sichtbar, was theoretisch mehr Käufer anziehen kann.

Beim Modell der hervorgehobenen Anzeigen zahlen Unternehmen nur, wenn Nutzer ihre Anzeige sehen – auf einer Plattform oder in einer App.


Die Provisionen der fünf größten Online-Marktplätze unter der Lupe!

Nachdem wir die fünf wichtigsten Erlösmodelle besprochen haben, vergleichen wir jetzt die Provisionen von Amazon und vier weiteren riesigen Online-Marktplätzen der Welt!


Amazons Marktplatz verlangt 6 – 45 % „Referral Fees“ (Provisionen)

Den Anfang macht Amazon.

Die Plattform setzt für ihren Marktplatz vor allem auf ein Provisionsmodell, doch das ist nicht die einzige Erlösstruktur von Amazon.

Bei der Provision verlangt Amazon in der Regel 6 %–15 %, je nach Kategorie des verkauften Artikels.

Bei der Provision verlangt Amazon in der Regel 6 %–15 %, je nach Kategorie des verkauften Artikels.

Das Unternehmen nennt diese Gebühren Referral Fees.

In der Kategorie Kleidung und Accessoires liegt die Referral Fee zum Beispiel bei 17 %, mindestens jedoch bei 0,30 $.

Zusätzlich zu den Provisionen nutzt Amazon ein Abo-Modell über Amazon Prime, um auch die Beziehung zu den Käufern zu monetarisieren.

Die Plattform bietet einen kostenlosen Probemonat für Amazon Prime an; danach kostet es 14,99 $ pro Monat oder 139 $ pro Jahr.

Amazon hat es geschafft, sowohl die Käufer- als auch die Verkäuferbeziehung zu monetarisieren!


Rakuten verlangt in bestimmten Kategorien bis zu 20 % Provision

Als Nächstes kommt Rakuten.

Wie Amazon setzt Rakuten vor allem auf ein Provisionsmodell, erhebt aber auch Abo- und Einstellgebühren.

Die Plattform verlangt eine monatliche Kontogebühr von 39 $ und eine Einstellgebühr von 0,99 $ pro Artikel.

Bei der Provision berechnet Rakuten 8 % bis 20 %, je nach Kategorie des verkauften Artikels.

Bei der Provision berechnet Rakuten 8 % bis 20 %, je nachdem, zu welcher Kategorie der verkaufte Artikel gehört.

Für Produkte in der Kategorie Sportartikel verlangt Rakuten zum Beispiel 15 % Provision.

Wie bei Amazon liegen viele Provisionen bei 15 % und mehr!

Der Lieferanten-Marktplatz Alibaba verzichtet auf Provisionen und setzt stattdessen auf Mitgliedschaften!

Der dritte E-Commerce-Riese auf der Liste ist Alibaba, oft als Amazon Chinas bezeichnet.

Alibaba konzentriert sich vor allem auf den Großhandel.

Es ist ein Vermittler für große Lieferanten und Händler, die Produkte über die Plattform beziehen möchten.

Alibaba.com unterscheidet sich von Amazon dadurch, dass die Plattform keine Provision für Artikel verlangt, die auf ihrem Marktplatz verkauft werden.

Stattdessen nutzt sie eine Art Freemium-Modell mit ihren Gold-Supplier-Mitgliedschaften.

Mit dem Basiskonto können Lieferanten bis zu fünfzig Artikel kostenlos einstellen.

Um jedoch verifizierter Lieferant zu werden und das Vertrauen der Käufer zu gewinnen, können Unternehmen ihre Mitgliedschaft upgraden und Gold Supplier werden.

Gold Supplier zahlen jährlich 1.999 $ – 6.999 $ für ihre Mitgliedschaft und erhalten zusätzliche Vorteile.

Neben dem Status als verifizierter Lieferant können sie unbegrenzt viele Produkte hochladen und erhalten Zugang zum 180-Tage-Traffic-Booster und zur Erstellung einer Minisite.

Je nach gebuchter Stufe bekommen sie außerdem ein Budget von 500 $ für Keyword-Anzeigen.

Die Mitgliedschaft bietet zwar Mehrwert, aber die Gold-Mitgliedschaften sind ganz schön teuer! 


Mercado Libre hält die Provisionen einfach – abhängig vom Land

Der vierte Online-Marktplatz ist Mercado Libre, die Nummer-eins-Plattform Lateinamerikas.

Bei den Provisionen im Global Selling Program verlangt Mercado Libre je nach Land unterschiedliche Gebühren.

In Brasilien berechnet die Plattform eine Verkaufsgebühr von 12 % – 16 %, je nachdem, ob es sich um eine klassische oder eine Premium-Anzeige handelt.

In Chile, Kolumbien und Mexiko gibt es keine Verkaufsgebühren, doch für verkaufte günstige Produkte fällt die zusätzliche Gebühr pro Einheit an.

Darüber hinaus werden Verkäufern keine weiteren Gebühren berechnet.

Die Provisionen sind niedriger, aber bei Mercado Libre gibt es einige Zusatzgebühren, da die Plattform verschiedene Länder bedient.


Shopee hält die Provisionen in Asien niedrig: zwischen 2 und 6 % (so ungefähr)

Shopee, der 2015 gegründete E-Commerce-Gigant aus Südostasien, hat verschiedene Gebühren für seine Verkäufer.

Zunächst verlangt Shopee eine Provision von 2,24 % bis 5,60 %, je nach Verkäufertyp, Artikelkategorie und Teilnahme an Programmen.

Zusätzlich zur Provision berechnet Shopee eine Transaktionsgebühr, die ebenfalls 2,4 % des Verkaufspreises beträgt.

Außerdem fallen Servicegebühren an, wenn der Verkäufer an den Programmen Coins Cashback oder Free Shipping teilnimmt.

In diesem Fall kommt eine zusätzliche Servicegebühr von 3,36 % – 5,6 % hinzu, unabhängig davon, ob der Käufer die Aktion genutzt hat.


Tabelle 1: Provisionen und weitere Gebühren im Vergleich

 Marktplatz

Provisionen

Weitere Erlösmodelle

Amazon

6 % – 45 % je nach Artikelkategorie, sogenannte Referral Fees

Abo über Amazon Prime für 14,99 $ pro Monat oder 139 $ pro Jahr

Rakuten

8 %–20 %, je nach Artikelkategorie

Abogebühr von 39 $/Monat; Einstellgebühr von 0,99 $ pro Artikel

Alibaba

Entfällt

Freemium-Modell über Gold-Supplier-Mitgliedschaften für 1.999 $ – 6.999 $ pro Jahr

Mercado Libre

Verkaufsgebühr von 12 %–16 % in Brasilien; zusätzliche Gebühr pro Einheit von CLP$600 in Chile, COP$2.100 in Kolumbien und MXN$25 in Mexiko

Entfällt

Shopee

2,24 % bis 5,60 %, je nach Verkäufertyp und Artikelkategorie

Servicegebühr von 3,36 % – 5,6 % für Verkäufer in den Programmen Cashback und Free Shipping; Transaktionsgebühr von 2,24 %


Fazit

Für jedes Marktplatzunternehmen, das stetige Einnahmen erzielen will, ist es entscheidend, die passenden Provisionsmodelle zu finden.

Online-Marktplätze nutzen oft ein Provisionsmodell, bei dem die Plattform einen Prozentsatz des Transaktionswerts berechnet.

Online-Marktplätze nutzen oft ein Provisionsmodell, bei dem die Plattform einen Prozentsatz des Transaktionswerts berechnet.

Dieses Modell funktioniert gut, weil es im Interesse der Plattform liegt – je mehr Transaktionen, desto mehr Umsatz.

Wie oben gezeigt, kombinieren andere große Marktplätze Provisionen jedoch auch mit weiteren Erlösmodellen, etwa Einstellgebühren oder Mitgliedschaften.

Provisionen, meist zwischen 5 und 20 %, dominieren zwar das Marktplatzmodell, doch es gibt kein Geschäftsmodell, das für alle passt.

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