Die fünf Geschäftsmodelle für Online-Marktplätze im Überblick

Lerne die fünf Geschäftsmodelle für Online-Marktplätze kennen und finde heraus, welches zu dir passt und welches Modell Marktplätzen den meisten Umsatz bringt.

Bei einem Online-Marktplatz ist es wie bei jedem Unternehmen: Umsatz ist das Lebenselixier des Geschäfts.

Das Geld aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen sorgt dafür, dass das Licht anbleibt und die Türen offen stehen!

Daten von Coresight Research und Juniper Research sagten voraus, dass sich der Umsatz von Online-Marktplätzen weltweit von 18,7 Milliarden $ im Jahr 2017 auf 40,1 Milliarden $ im Jahr 2022 verdoppeln würde.

Welches Marktplatzmodell ist also das richtige für dich?

Online-Marktplätze können aus verschiedenen Geschäftsmodellen zur Umsatzgenerierung wählen.

Schauen wir uns diese Erlösmodelle für Online-Marktplätze und ihre Funktionsweise genauer an. 


Provisionsmodell für Online-Marktplätze

Das Provisionsmodell ist das gängigste Erlösmodell, mit dem Online-Marktplätze und Unternehmen Geld verdienen.

Bei diesem Modell wird ein Prozentsatz des Verkaufs einbehalten.

Die Gebühr kann dem Verkäufer, dem Käufer oder manchmal auch beiden berechnet werden.

Provisionen können entweder ein fester Prozentsatz oder eine Pauschale sein.

Das Provisionsmodell gibt es schon lange, und es hat sich vielfach bewährt.

Der größte Vorteil: Verkäufer und Käufer müssen nichts zahlen, bevor sie vom Marktplatz profitieren.

So fällt Käufern und Verkäufern der Einstieg leicht.

Ein weiterer Vorteil dieses Erlösmodells ist, dass es skalierbar ist.

Die Preisstruktur ist flexibel genug für kleine wie große Transaktionen.

3 % von 10 $ mögen nach wenig klingen – bei einer Transaktion über 3.000 $ sind 3 % aber 900 $.

Natürlich muss ein Marktplatz beim Provisionsmodell auch einige Herausforderungen meistern.

Online-Marktplätze müssen genug Mehrwert bieten, damit Verkäufer und Käufer ihre Plattform weiterhin nutzen.

Fehlt dieser Mehrwert, versuchen Käufer und Verkäufer, den Vermittler – in diesem Fall den Marktplatz – zu umgehen.

Ein weiterer Faktor ist, die richtige Balance zu finden: eine Provision, die für Käufer und Verkäufer attraktiv ist und dem Marktplatz trotzdem einen nachhaltigen Gewinn sichert.

Zu den Online-Marktplätzen mit Provisionsmodell gehören Airbnb, Fiverr, Amazon, Uber, Etsy und eBay.


Abo-Modelle für Online-Marktplätze

Abo-Modelle sind nichts Neues! 

Diese Einnahmequelle entstand bereits im 17. Jahrhundert, als Autoren so Geografiebücher, Atlanten und literarische Werke verkauften.

Seitdem hat sich das Abo-Modell enorm weiterentwickelt – von Kochboxen bis zu Make-up und Hautpflege gibt es heute Angebote für jeden Lebensstil, jedes Alter und jedes Budget.

Abos haben Unternehmen geholfen, zu florieren, weil sie wiederkehrende Einnahmen erzeugen.

Ein Abo-Modell ist ein Erlösmodell, das auf der regelmäßigen Abrechnung von Kunden für den Zugang zu einer Dienstleistung oder einem Produkt basiert.

Abo-Zahlungen werden in der Regel automatisch per Kreditkarte oder Girokonto verlängert und abgebucht.

Die Abrechnung lässt sich in zwei Arten unterteilen: monatliche Pläne, die jederzeit kündbar sind, oder vertragsbasierte Abos.

Eine Abo-Einnahmequelle bringt mehrere Vorteile mit sich.

Zum einen sorgt sie für besser planbare Einnahmen.

Daten von Paysafe zeigen, dass fast 69 Prozent der Amerikaner mehrere Abos haben.

Zum anderen können Unternehmen so besser das Kundenverhalten verfolgen und die Bedürfnisse ihrer Kunden verstehen.

Mit diesem Wissen kann ein Marktplatz seinen Kunden gezielt Upgrades und ergänzende Angebote verkaufen.

Für Kunden bietet das Abo-Modell Bequemlichkeit und Mehrwert.

Sie profitieren von niedrigeren Kosten und erhalten Produkte automatisch, ohne nach der ersten Anmeldung noch etwas tun zu müssen.

Bekannte Unternehmen mit diesem Erlösmodell sind Netflix, Amazon Prime, Ipsy, Hellofresh und Winc.

Trotz der vielen Vorteile bringt das Abo-Geschäftsmodell auch einige Herausforderungen mit sich.

Bevor du dein Unternehmen mit einem Abo-Modell startest, ist eine umfassende Marktanalyse unerlässlich, um die Preise richtig festzulegen.

Außerdem kann es schwierig sein, Kunden zu halten, wenn nicht klar ist, dass die Produkte ihnen dauerhaft einen Mehrwert bieten.


Freemium-Modell für Online-Marktplätze

Wie der Name schon sagt, ist das Freemium-Modell eine Mischung aus den klassischen Modellen „kostenlos“ und „Premium“.

Jarid Lukin prägte den Begriff 2006, nachdem der Risikokapitalgeber Fred Wilson die Idee dazu hatte.

Bei diesem Modell bietet ein Unternehmen eine kostenlose Basisversion seines Produkts oder seiner Dienstleistung an – mit der Möglichkeit, auf eine kostenpflichtige Premium-Version mit zusätzlichen Funktionen oder Inhalten umzusteigen.

Das Freemium-Modell wird häufig in der Softwarebranche eingesetzt: Unternehmen bieten eine Basisversion ihrer Software kostenlos an, mit der Option, auf eine kostenpflichtige „Pro“-Version mit mehr Funktionen zu wechseln.

Es funktioniert aber auch in anderen Branchen, etwa im Bildungsbereich: Dort gibt es einen Basiskurs gratis und optional einen kostenpflichtigen „Premium“-Kurs mit mehr Inhalten.

Mit dieser Einnahmequelle waren viele Unternehmen erfolgreich, darunter Dropbox, Grammarly, Calendly, Avast, Evernote und Spotify.

Der Schlüssel zum Erfolg des Freemium-Modells ist, viele Nutzer für die kostenlose Version zu gewinnen.

Sobald eine kritische Masse erreicht ist, ist ein kleiner Prozentsatz bereit, für die Premium-Version zu bezahlen.

Dieses Modell hat für dein Unternehmen mehrere Vorteile: Du kannst damit ein breiteres Publikum erreichen und Leads für kostenpflichtige Produkte oder Dienstleistungen gewinnen.

Die kostenlosen Funktionen können außerdem als Marketinginstrument dienen, ohne dass dein Marktplatz ein aufgeblähtes Marketingbudget braucht.

Freemium hat aber auch Nachteile, etwa dass es schwierig sein kann, kostenlose Nutzer zu zahlenden Kunden zu machen.


Anzeigengebühren-Modell für Online-Marktplätze

Das Anzeigengebühren-Modell ist eine transaktionsbasierte Einnahmequelle, bei der ein Unternehmen eine Gebühr dafür verlangt, Produkte oder Dienstleistungen auf seiner Plattform einzustellen.

Solche Modelle sind in der Immobilienbranche weit verbreitet und werden auch von E-Commerce-Plattformen und Kleinanzeigen-Websites genutzt.

Besonders beliebt ist es bei Unternehmen in Branchen mit niedrigen Markteintrittsbarrieren und starkem Wettbewerb.

Anzeigengebühren richten sich nach dem Wert der Produkte, die Verkäufer auf dem Marktplatz einstellen.

In der Regel gilt: Je höher der Wert, desto höher die Anzeigengebühr.

Ein Beispiel für ein Unternehmen mit dieser Einnahmequelle ist Craigslist.

Das Einstellen von Anzeigen ist dort zwar kostenlos, für bestimmte Kategorien verlangt Craigslist aber eine Gebühr.

Manchmal werden Anzeigengebühren mit einer weiteren Einnahmequelle kombiniert, wie bei Etsy.

Die Plattform berechnet pauschal 0,20 $ pro Anzeige und 6,5 Prozent des gesamten Bestellwerts.

Das Anzeigengebühren-Modell hat mehrere Vorteile.

Einer davon: Der Marktplatz kann oft eine höhere Produktqualität sicherstellen, weil Verkäufer genau auswählen müssen, welche Produkte sie einstellen.

Ein weiterer Pluspunkt: Der Marktplatz verdient auch dann Geld, wenn ein Produkt nicht verkauft wird (anders als bei der Provision).

Es gibt aber auch Nachteile, zum Beispiel garantieren Gebühren keinen Mehrwert und dürfen deshalb nicht zu hoch sein.

Eine weitere Herausforderung ist die Preisgestaltung: Wie beim Provisionsmodell brauchen Anzeigengebühren eine Balance zwischen Mehrwert und einem Betrag, der für Verkäufer und Marktplatz angemessen ist.


Hervorgehobene Anzeigen in Online-Marktplätzen

Hervorgehobene Anzeigen, auch Sponsored Content genannt, sind eine Form der Online-Werbung, bei der Unternehmen dafür bezahlen, dass ihre Produkte in einem Online-Marktplatz oder einer App besser sichtbar sind.

Dabei werden Produkte auf bestimmten stark besuchten Seiten oder auf der Startseite eines Online-Marktplatzes präsentiert, wie bei Zillow.

Diese Werbeform ist eine Kombination aus klassischer Werbung und Pay-per-Click.

Beim Modell der hervorgehobenen Anzeigen zahlen Unternehmen und Verkäufer nur, wenn ihre Anzeige hervorgehoben auf einer Website oder in einer App erscheint.

Ziel dieses Geschäftsmodells ist es, mehr Traffic und Interesse für die eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu erzeugen.

Die beliebtesten Arten hervorgehobener Anzeigen sind:

  • Sponsored Content
  • In-Content-Anzeigen
  • Display-Anzeigen

Der Vorteil dieser Werbeform: Unternehmen zahlen nur für Anzeigen, die Nutzer tatsächlich sehen, und erreichen potenzielle Kunden kostengünstiger.

Eine große Herausforderung bei diesem Modell ist, dass der Marktplatz viele Nutzer braucht, damit sich die Investition für Verkäufer möglichst gut auszahlt.

Auch kann es schwierig sein, Verkäufer dafür zu gewinnen, ihre Anzeigen hervorheben zu lassen.

Ist dies das einzige Geschäftsmodell des Marktplatzes, werden kostenlose Anzeigen die bezahlten Hervorhebungen sehr wahrscheinlich bei Weitem übertreffen.

Zudem können zu viele Werbeanzeigen auf dem Marktplatz potenzielle Käufer abschrecken – es braucht also die richtige Balance.


Fazit

Zusammengefasst gibt es etwa fünf Geschäftsmodelle, aus denen du beim Aufbau eines Online-Marktplatzes wählen kannst; jedes hat seine Vor- und Nachteile.

Mit gründlicher Marktforschung und Analyse kannst du eine Erfolgsstrategie entwickeln.

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